Fußmuskulatur und Einlagen

Pauschalaussage: Einlagen machen die Fußmuskulatur schlapp
Nachgedacht:    Stimmt diese Aussage wirklich?
Nachgefragt:         Wie reagiert denn die schwache Fußmuskulatur ohne Einlagen?-



Woher stammt diese Pauschalaussage, dass Einlagen schädlich sind
und warum wird sie auch heute noch bzw. wieder so gerne verbreitet?-

Diese
Aussage stammt aus der Zeit um 1965. Früher wurden die Einlagen aus starrem Metall
gefertigt worden sind, was bis etwa 1935 und zwischen ungefähr 1938 und
1965 der Regelfall gewesen  ist.

Mit dem Problem der zu starren Einlagen beschäftigte sich in den 1930ér
Jahren Carl Birkenstock und entwickelte die ersten Kunststoffeinlagen,-
so sind später die Plexidureinlagen entstanden, die bis heute noch
immer das Beste Einlagenmaterial überhaupt gegen Senkfüße und Knickfüße sind.


Die Produktion
von dem Einlagengrundstoff Plexidur wurde 1999 auf Grund einer EU- Richtlinie eingestellt. Es hieß
zur Begründung, dass Plexidur bei der Herstellung mit den Granulaten, die verschmolzen und gepresst werden, giftige Substanzen
freigesetzen, die die Gesundheit der Mitarbeiter im Plastikwerk
beeinträchtigt.
Ob das Wirklich der Grund für diese Verordnung gewesen
ist, oder ob eher die wirtschaftlichen Interessen anderer Einlagenhersteller zu
berücksichtigen waren, kann ich nicht sagen.

Jedenfalls wurde ab ungefähr ab ca.1965 verbreitet, dass starre Einlagen die Fußmuskulatur schädigen.
Bis etwa 1990 hielt sich diese (niemals nachgewiesene) Befürchtung und kommt gerade wieder so richtig in Mode.
Insbesondere Physiotherapeuten und Kinderärzte lernten diese Aussage und scheinbar lernen sie das auch heute wieder.

Ich bin kein anerkannter Wissenschaftler, habe keine aufwändigen
Studien zu diesem Thema durchführen lassen und kann mich daher nur auf
meine eigenen Erfahrungen, die ich seit der Kindheit als selbst
Betroffener
und später im Beruf sammeln konnte. (Die ausführliche Story lesen Sie unten)

Können Einlagen die Muskulatur überhaupt schlapp machen?-

Wenn man sich wegen Platt- oder Senkfüßen und/oder Knickfüßen zum
ersten mal in
Behandlung begibt,  dann hatte man zuvor keine Einlagen, die daran
Schuld sein könnten, dass die Fußmuskulatur erschlafft ist.
Sofern dann jemand sagt, dass Einlagen die
Fußmuskulatur schlapp machen, stellt sich doch die Frage, wieso man
denn überhaupt Senk- oder Plattfüße etc. hat?-  Dieses ist schließlich nichts
weiter, als eine reine Folge von einer zu schwachen Fußmuskulatur!

In den 1960ér Jahren hatte man man mehr Wert auf die Fußgesundheit
gelegt,- darum hatten etwa 40% der Kinder Einlagen in ihren Schuhen.
Noch mehr Wert auf die Fuß- und Skelettgesundheit von Kindern und
Jugendlichen legte man in den 1930ér Jahren,- damals wurden gesunde
Jungs gebraucht, die sehr weit maschieren konnten…

Heute wird das Thema Fußgesundheit überwiegend nur noch belächelt. In
Illustrierten und auch in Kinderarztpraxen erfahren die Eltern, dass
sich Fußschwächen von selbst heilen,- dass Einlagen die Fußmuskulatur
schlapp machen usw.
Auch wird die irgendwann einmal zusammen gekürzte Aussage, dass
Barfußlaufen das gesündeste für die Füße ist, gerne und oft verbreitet.
Hier wird ebenfalls nur pauschalisiert und völlig außer Acht gelassen,
dass der Untergrund weich und uneben,- sprich natürlich sein sollte und
es wird komplett ignoriert, mit welchen Füßen man möglichst auf das
Barfußlaufen verzichten sollte, bzw. nur zeitweise barfuß laufen sollte.

So wundert es niemanden so wirklich, dass man sich die Folgen des
Desinteresses und der falschen Aussagen bezüglich der Wirksamkeit von
Einlagen, bzw. die Ablehnung von Einlagen auf jedem deutschen Schulhof genau anschauen kann!

Würden 12, 14, 16 oder 18 Jährige so deutliche Fußprobleme zeigen, wenn sich Senkfüße etc. auch ohne Einlagen festigen würden?-
Immerhin zeigt jeder vierte Schüler sogar am beschuhtem Fuß, dass dringend Hilfe durch Einlagen erforderlich ist!

Diese Aussage können Sie übrigens selbst überall in Deutschland auf fast jeden Schulhof nachkontrollieren!
Nur ganz wenige Schulen bieten heute die notwendige Vorsorge und Hilfe an.

Wer lange Zeit mit Senkfüßen und ohne Einlagen unterwegs ist, hat
meistens nicht nur schwache Fußmuskeln, sondern auch die Sehnen und
Bänder in Mitleidenschaft gezogen,- die sind salopp ausgedrückt immer
mehr ausgeleiert. Von Jahr zu Jahr ein wenig mehr.
Manchmal sind auch die Knochen in Mitleidenschaftgezogen.
Wie soll man das ohne Unterstützung der Einlagen wieder in Ordnung bringen?-

Zu den einzelnen Einlagenarten.

Über die Wirksamkeit der Einlagen habe ich auf den anderen Seiten schon
ausreichend Bilder und Beschreibungen eingestellt. Darum klammere ich
mal die Weichschaumeinlagen, sensomotorischen Einlagen sowie die jetzt
gerade modernen Einlagen mit der hauchdünnen Karbonschicht aus und
konzentriere mich mehr auf die Einlagenmaterialien, die zu der Aussage,
dass Einlagen die Fußmuskulatur schwächen, geführt haben.

* Metalleinlagen aus Aluminium oder V2A sind heut zu Tage wirklich nur dann zu
empfehlen, wenn ein Kind oder ein Jugendlicher kontrakte Senk- oder gar
Plattfüße hat, was nicht sehr oft vorkommt. Dann werden solche Einlagen
so lange getragen, bis die natürliche Fußform hergestellt worden ist.
Das dauert je nach Alter zwischen einem viertel Jahr bis zwei Jahre.

* V2A Edelstahleinlagen sind für besonders schwere Menschen mit sehr
starken Senkfüßen oder gar Plattfüßen für die erste Zeit lang oft
ratsam, oft auch für leichter gewichtige, mit sehr schwerem Fußverfall.

* Plexi- Backen- oder Schaleneinlagen verwendet man gegen Plattfüße,
Knick- Senkfüße,- das gilt auch für ähnlich feste Kunststoffeinlagen
mit Backen

Wird die Einlagentherapie gemäß der vorher festgelegten Tragezeiten
konsequent durchgezogen, kommen dann, wenn die Füße die natürliche Form
haben oder einigermaßen Festigkeit zeigen, Einlagen in der Standardform
zum weiteren Einsatz und das so lange, bis sich die Fußmuskulatur,
Bänder und Sehnen gefästigt haben.

* Plexieinlagen oder mit Leder oder Mikrofaser bezogene Kunststoff
Einlagen werden dort stabilisiert, wo der Fuß die Unterstützung
besonders braucht. Ansonsten federn sie leicht nach, was die Fußmuskulatur anregt.

* Gegen Senkfüße, deren Gewölbeeinfall weniger als ca. 25% beträgt,
werden Einlagen verwendet, die etwas stärker nachfedern,- analog der
gesunden und kräftigen Fußmuskulatur. Plexidur bzw. das
Nachfolgematerial Europlex ist sehr gut wirksam, denn die Einlagen
verhindern, dass sich die Fußgewölbe durchtreten lassen,- gleichzeitig
wird der Fuß in die natürliche Lage versetzt.

Derartige Einlagen sind auch für Berufsanfänger geeignet, die künftig in einem Lauf- oder Stehberuf arbeiten müssen.
Eine in solchen Fällen typische Überbelastung der Fußmuskulatur wird dann gänzlich ausgeschlossen,- so wird verhindert, dass die jungen Leute im Laufe des Sportler- oder Berufslebens die typischen, oft sehr schmerzhaften Probleme vermeiden können:

* Senkfuß > Fersensporn > Mittelfußarthrose > Knieschmerzen nach Abnutzungen (auch Meniskus, Artritis und Arthrose)

Selbst zu experimentieren, ob man Einlagen verwendet oder lieber drauf
verzichtet, ist nicht so einfach und nicht grundsätzlich problemlos möglich!
Zwar wird nicht
jeder, der gesunde und kräftige Füße hat, später Fußprobleme und Beinschmerzen
bekommen, aber so einige haben daran zu knabbern.
Generell kann man sagen, dass bei jedem, bei dem in der Kindheit und in
der Jugend Senkfüße etc. nicht mit Einlagen therapiert werden, sehr
wahrscheinlich die Folgen dieses Versäumnisses ganz deutlich zu spüren bekommt und das mittem im Berufsleben!
Diese Erfahrung würde ich
dem Kind nicht zumuten,- stattdessen fragen Sie doch mal im Verwandten
– Bekanntenkreis gezielt nach Fuß- und Knieproblemen nach. Sie werden
garantiert fündig und mit ein wenig Glück können Sie sich die
Erfahrungen mit der Mittelfußarthrose oder einem Fersensporn erzählen lassen!

Fazit:
Solche Einlagen, wie sie rechts
in der Bilderleiste zu sehen sind, schwächen keineswegs die
Fußmuskulatur, sondern stärken sie sogar, sofern sie zu schwach ist!


V2A Einlagen (Edelstahleinlagen)

Diese Einlagen passen in alle gängigen flachen Schuhe hinein.
Allerdings empfehle ich diese Art von Einlagen eher selten.

Bei kontrakten Senkfüßen und Plattfüßen sind die ersten V2A Einlagen
noch nicht ganz so stark ausgeformt, wie die Zweiten, die hier ein 3/4
Jahr später zum Einsatz kamen und die flacheren ablösten, weil diese
die natürliche Fußform des 18 Jährigen teilweise herbeigeführt haben.

Bezogene Aluminium Halbschaleneinlagen für den 18 Jährigen Skater

 
Europlex Einlagen sind robust und äußerst hilfreich. Man ist in der
Schuhauswahl recht flexibel. Allerdings müssen für Schuhe mit Absatz
die Einlagen anders angeformt werden, wie für flache Schuhe.

Wer Einlagen benötigt, aber keine Plexi- Einlagen in den Stiefeln mag,
kann auch auf Plexi- Leder Einlagen für Absatzschuhe ausweichen.


Eltern, die zu lange mit der Einlagentherapie warten, riskieren, dass
es zu extremsten Knick- Senkfüßen kommen kann, wogegen dann nur
Vollkorrektureinlagen wirklich einigermaßen schnell Abhilfe schaffen.

Im Sommer sind Plexi- Einlagen eine super Alternative, denn
weil sie nass abwaschbar sind, sind sie besonders hygienisch.
Übrigens:
Auch wenn es nicht so aussieht,- die Einlagen sind sehr
angenehm zu tragen!




Wichtiger Rat für alle Eltern:

Glauben kann bekanntlich täuschen! So glauben etwa 95% der Eltern, die
Füße der Kinder sind völlig in Ordnung,- schließlich hat das ja der
Kinderarzt in jeder Vorsorgeuntersuchung überprüft und nichts gesagt,-
meistens ist das jedenfalls so der Fall.
Ich empfehle jedem, dass die Füße im Alter von 3 und dann nochmal mit
etwa 6 Jahren, ca. 12 Jahren und 16 Jahren untersucht  werden.
Auch wenn Sie selbst glauben, es sei alles in Ordnung, dann holen Sie
sich die Gewissheit, dass das auch so ist!
Immerhin haben mehr als 70% unserer Kinder Fußschwächen,- bei rund 40%
derartig schlimm, dass man es sogar am Schuh und Gang erkennt!

Auf www.kinderbeine.de werden
einigermaßen gut verständlich sämtliche Fußprobleme beschrieben und
gezeigt. Es dauert allerdings eine Zeit lang, bis man alle Seiten
studiert hat.
Wer sich die Zeit nicht nehmen will, oder unsicher ist, kann auch
direkt einen spezialisierten Fuß- und Beintherapeuten oder Orthopäden
für Kinderfüße aufsuchen,- Achtung,- nicht jeder Orthopäde ist auf
Kinderfüße spezialisiert!

In der ordentlichen Untersuchung, die immer mindestens 20 Minuten
dauert,- bei Kleinkindern auch länger, wird nicht nur die Fußfestigkeit
und das Gangbild genaustens kontrolliert, sondern auch die Beinstatik.
Dieses ist für das künftige Wachstum sowie bei ab ca. 15 Jährigen auch
für die spätere Ausprägung des Gangbilds sehr wichtig,- die
menschlichen Füße sind immerhin erst etwa im 23. bis 25. Lebensjahr
wirklich ausgewachsen!

Die Wachstumszeit sollte man wirklich
nutzen, um Fußschwächen, eine Fehlstatik oder “nur” ein falsches
Gangbild bzw. Abrollverhalten in die richtigen Bahnen zu lenken. 

Die ordentliche Fußuntersuchung geht im Regelfall über die gesetzliche
Kassenleistung hinaus und muss dementsprechend bezuzahlt werden (das
kostet je nach Anbieter und Ort zwischen 40,– und 120.–€ – in meiner
Praxis wird nur die Erstuntersuchung mit 40,–€ abgerechnet und die
Folgeuntersuchung ist kostenfrei).
Wenn die Zeit zu knapp ist, sollten Sie die “Fernuntersuchung”
bestellen. Auch wenn diese nur aus der Ferne stattfindet, ist das
Ergebnis im Regelfall sehr viel ausführlicher, als beim Kinderarzt!

 

Jetzt haben Sie zum Thema Einlagen machen die Fußmuskulatur schlapp, eine Meinung gelesen, die überhaupt nicht zum weit verbreiteten Mainstream passt. So fragen Sie sich jetzt eventuell “wem und was soll ich nun glauben”.
Schädigen Einlagen nun der Fußmuskulatur oder fördern Einlagen die natürliche Entwicklung?-
Diese Frage kann ich Ihnen ganz sicher nicht beantworten,- Sie sollten
dazu mehrere Meinungen einholen und für sich entscheiden, was
zutreffender sein könnte!

Eventuell hilft Ihnen aber auch mein eigener Erfahrungsbericht ein wenig weiter……

Hier lesen Sie die eingene Fuß- und Einlagengeschichte von Andreas Herr,- dem Autor dieser Seite,
der genau weiß, warum das oben geschriebene stimmt

 

Als Kind mit etwa drei oder vier Jahren bekam ich zunächst Edelstahleinlagen wegen
Platt- Knickfüße.
Dazu musste ich stabile, hohe Schuhe tragen, die bis
über den Knöchel gingen. Mit ca. fünf war der Plattfuß zum starken Senkfuß
zurück gegangen und ich bekam fortan von einem jüngeren Orthopäden
Plexidureinlagen.
An die Schuhe, die bis über den Knochen ragten, wurde
zunächst festgehalten.
Erst mit sechs durfte ich auch Halbschuhe
tragen,- selbstverständlich mit den Plexidureinlagen.
Zuhause musste
ich Holzpantien mit Fußbett tragen,- im Sommer zuerst für Einlagen
geeignete Sandalen,- später reichten Sandalen mit Fußbett aus. So
berichtete es meine Mutter,- ich selbst habe erst Erinnerungen ab ca.
dem 8.- 9. Lebensjahr.
Selbstverständlich wusste ich bis zum erwachsen werden nicht, wozu die
Einlagen eigentlich wirklich gebraucht werden. Mir wurde immer nur
erzählt, dass man später Schmerzen bekommt, wenn man die Einlagen nicht
trägt. So stellte ich mir natürlich die Frage, die sich auch heute noch
die Kinder und Heranwachsenden stellen,- ich habe keine Schmerzen in
den Füßen und die anderen Schulfreunde haben doch auch keine Einlagen,
abgesehen von wenigen.
Da
die Plexidureinlagen in ausgezogenen Schulen so “schön” glänzten,
vielen sie selbstverständlich den anderen Schülern beim Schwimmen und
beim Sport sofort auf. Das war so peinlich, besonders weil einige aus
meiner damaligen Schulklasse als Plattfußindianer bezeichnet

wurden,- Kinder können sehr grausam sein.Damals in der Grundschule hatte ungefähr jeder vierte Schüler diese
Plexidureinlagen. Später in der weiterführenden Schule waren es nur
noch zwei oder drei Schüler.
Von mindestens dreien weiß ich, dass sie wirklich keine Einlagen mehr gebraucht haben.
Mein bester Freund und ich waren so clever und haben uns immer vor dem
Sportunterricht , bzw. vor der ersten Schulstunde, die Einlagen auf der
Toilette aus den Schuhen genommen und unten im Schultonister versteckt.
Zuhause legte ich die Einlagen wieder in die Schuhe, damit meine Mutter
nichts merkt.
Wenn es zum Schwimmen ging, wurden die Einlagen vorher im Keller
versteckt. Später habe ich die Einlagen immer im Keller versteckt, denn
man ging nachmittags mal zu Freunden, wo man die Schuhe ausziehen
musste.

Irgendwann bemerkte meine Mutter an den Schuhen und Füßen, dass mit den
Einlagen irgendetwas nicht in Ordnung sein kann und sagte das auch dem
Orthopäden. Dieser bemerkte an den Spuren der Schuhe, dass sie häufig
-eigentlich fast immer- ohne Einlagen getragen worden sind. Oh, an den
Ärger, den meine Mutter damals gemacht hat, erinnere ich mich noch
heute,- wenn auch nur schwach.

In den 1970ér Jahren kamen mehr und mehr die Kork- Leder Einlagen auf
dem Markt. Solche wollte ich auch haben, weil die nicht so sehr ins
Auge fallen. Der Orthopäde konnte meine Sorge zwar nicht
nachvollziehen, meinte, in den Schuhen sieht doch niemand die Einlagen,
aber ich bekam sie letztendlich, weil er zusammen mit meiner Mutter
gehofft hatte, dass die in den Schuhen bleiben. Das war auch in den
ersten Tagen so,- irgendwann bemerkten die Mitschüler auch diese
Einlagen und das durfte ja nicht sein,- also landeten die auch wieder
im Keller, solange ich außer Haus war.
Einmal fand mein Vater sie dort und es gab dann richtig Schimpfe von
meiner Mutter. Das änderte aber nicht viel,- es gab ja das Schulklo 😉

Nun wurde ich älter, es änderte sich die Schuhmode und ich wollte die
damals unbedingt die modernen Plateauschuhe haben, die mir später gegen
Protest der Mutter die Oma gekauft hatte. Problem: Die Kork- Leder
Einlagen passten da nicht hinein.
Also wurde fortan auf die Einlagen generell verzichtet,- bzw. nur noch
in einem paar Schuhe wurden welche getragen. Meine Mutter hatte es
irgendwann aufgegeben,- schließlich sagte eine Nachbarin, deren Sohn
ebenfalls Plattfüße hat, dass Einlagen nichts bewirken und nur die
Muskulatur schwächen.

Nun sind wir wieder zurück beim eigentlichen Thema. Das diese Aussage
auch damals schon falsch gewesen ist, wusste ich mit dem 19./20.
Lebensjahr. Ich hatte wieder fast Plattfüße zurück. Zu der Zeit wusste
ich, was Plattfüße sind und wie sie sich von Senkfüßen und Normalfüßen
unterscheiden.

Wegen extremer Knieschmerzen ging ich irgendwann während der
Berufsausbildung zum Orthopäden, der die Knie röntge und mir einen Gips
zur Ruhestellung der Knie verpasst hatte. Die Behandlung zog sich über
ein Jahr lang hin,- ich bekam Bestrahlung, Gips usw., bis zur Operation (die ich noch heute bereue).
Wegen
Urlaub der Praxis lernte ich einen anderen Orthopäden, der direkt
sagte, “zieh mal die Hose, Schuhe und Strümpfe aus”.
Das
verwunderte mich doch sehr,- dann erklärte er mir die Zusammenhänge von
Platt- Knickfüßen und den Knieproblemen und warum bei mir die OP nichts
bringen konnte,- toll!

Hier wurde auf einmal mein Interesse geweckt und letztendlich wechselte
ich wegen der extremen Knieprobleme sogar den Beruf und fing in seiner eignenen orthopädischen Schuh-
und Einlagenwerkstatt an.

Im laufe der Jahre wuchs das Interesse immer mehr,- außerbetrieblich
bildete ich mich immer weiter,- teils auch mit den gesammelten
Erfahrungen mit der Kundschaft. Für mich selbst formte ich mir Einlagen
an, die mir tatsächlich die Kniebeschwerden vollständig nehmen konnten.
Später konnte ich in Breda in Holland noch einiges zum Thema
Psychomotorik und Fußmuskulatur,- damit zusammenhängend die Beinstatik
und das Gangbild lernen. Das fand ich zwar toll, aber mein späterer
Chef nicht.

So bin ich seit 1999 in diesem Bereich selbstständig. Weil ich die
Bestimmungen der kassenärztlichen Einlagenversorgung, falsche bzw.
unzureichende Geschäfte und den gewaltigen Abrechnungsaufwand gut
kannte, habe ich mich dazu entschlossen, mein eigenes Ding zu machen
und auf den ganzen Kassenkram zu verzichten. Die Nachfrage reichte
anfangs nicht zum überleben, so gründete ich mich inspiriert von der
damals aufkommende Onlineapotheke Doc Morris  Deutschlands ersten
Onlinevertrieb von Maßeinlagen.

Der Onlinebetrieb lief sehr gut an,- zu gut. Es hat sich trotz der
teilweise riesigen Entfernungen innerhalb Deutschlands und den
Nachbarländern immer mehr herumgesprochen, dass man für kleines Geld
gute Einlagen bekommt, ohne zuerst den zeitaufwändigen Umweg über den
Orthopäden machen zu müssen.
Zeitgleich war aber auch die Nachfrage in der Praxis (damals noch mit
Schuhladen) gewachsen und zeitgleich scheiterten alle Bemühungen,
gewissenhafte und flexible Mitarbeiter für die Werkstatt zu finden.

Elf Jahre ging das mit der inzwischen 7 Tage Woche gut und dann sagte der Körper, dass es vorbei geht, wenn ich so weiter mache.
Also blieb nur die Notbremse zu ziehen,- Onlineshop einstellen und
Praxisbetrieb nur noch für Kinder und Jugendliche. Obwohl ältere
Patienten viel mehr Geld einbringen, habe ich mich für die Jugend
entschieden,- erstens wegen der schönen und relativ schnellen Erfolge,
aber auch darum, weil Senioren oft sehr sehr anstrengend sein können,-
mehr als meine Nerven ertragen können.

Seit 2003 biete ich die “biologisch- logische Fuß- und Beintherapien”
für Kinder und Jugendliche an und schon schnell war klar, dass die neu
entwickelten Einlagen gegen kindliche Knick- Senkfüße es ermöglichen,
auch eine Erfolgsgarantie anbieten zu können. Die Kombination Einlagen
und Gymnastik funktioniert schließlich, wie es im Laufe der Jahre
etliche Familien am eigenen Kind erfahren konnten.

Für die Entwicklung dieser Einlagen bzw. für die Auswertung der
Wirksamkeit mussten meine eigenen – damals “nur noch” Knick- Senk-
Spreizfüße- herhalten. Die Korrektureinlagen haben es tatsächlich hin
bekommen, die Füße trotz des Erwachsenenalters um weit über 50% zu
stabilisieren!  Aber leider bin ich schon zu alt für eine
100%´tige Korrektur. Zugegeben fehlt auch zu oft die Lust und Zeit für
die täglich notwendige Fußgymnastik 🙁

Zwar wäre finanziell sicher einiges mehr herauszuholen,- aber so wie es
jetzt läuft, bin ich zufriedener mit der eigenen Leistung und die
Hoffnung, einen geeigneten Mitarbeiter zu finden, der später der
Nachfolger sein könnte, habe ich jetzt (LEIDER) aufgegeben!

 

Zurück zum eigentlichen Thema.Es ist absolut falsch, dass Einlagen die Fußmuskulatur schlapp machen.
Das kann ich mit höchster Gewissheit nicht nur aus der eigenen
Erfahrung sagen, sondern auch auf Grund der hundertefachen Erfahrung
mit den Füßen der Patienten!

Die Kombination Einlagen + Gymnastik funktioniert immer.
Merke: Um so jünger das Kind ist, desto schneller erntet man den Erfolg!

Selbstverständlich kommt es dabei auf die individuelle Auswahl und
Anfertigung der Einlagen drauf an und auf die Konsequenz seitens der
Eltern und Kinder bzw. Jugendlichen!

Kinder und Jugendliche, die genau die selben Probleme mit den Einlagen
haben, kann ich gut verstehen,- schließlich kenne ich deren Sorgen aus
eigener Erfahrung.  Was mir früher niemals angeboten worden ist,
sind die unsichtbaren Einlagen. Auch war die Aufklärung nur mit den
Satz “die Einlagen sind dafür, dass du später keine Schmerzen
hast”  eher dürftig. Darum erkläre ich den jungen Patienten ganz
genau, was die Einlagen wirklich bewirken sollen,- wie und was kommt,
wenn die Einlagen nicht oder nur zeitweise getragen werden usw.
Auch die Schuhmode muss mit berücksichtigt werden,- das macht oder kann
der Kassenorthopäde und Kassen- Orthopädieschuhtechniker nicht
unbedingt.

Meine Erfahrungen in Schulungen in Fabriken (ich biete ja neben dem
Schulunterricht und der Schulung von Fußballtrainer etc. auch
Betriebsarztschulungen etc. an) sind so erschreckend gewesen, dass ich
heute nur noch jedem Jugendlichen dazu raten kann, vor dem
Berufsantritt und vor dem aktiven Sport eine Untersuchung der Füße und
Beinstatik machen zu lassen.

Es gilt hierbei zu bedenken, dass Fuß,-
und Knieschmerzen fürchterlich sein können und sogar in die
Arbeitslosigkeit führen können! Heute sind die Schonzeiten wegen
Krankheit nicht mehr so sehr gegeben, wie vor 40 Jahren!

Haben
Sie Fotos qualitativ bessere Fotos von den Füßen Ihrer Kinder, die mit
einem Zeitunterschied von mindestens 10 Jahren oder gar eigene Bilder
und eventuell die Geschichte dazu?-
Ich würde mich freuen, dieses veröffnetlichen zu können!

 
Lauflernschuhe waren damals üblich,- kompletter Unfug! Der Fuß braucht
das nicht, denn diese Schuhe stören die natürliche Entwicklung der
Füße! In diesen Schuhen waren Edelstahleinlagen,- diese hingegen waren
sicher okay.

Edelstahleinlagen und starre Schuhe – es waren nicht die Einlagen,
sondern die zu starren Schuhe, die den Erfolg nicht so richtig zeigen
ließen…Das Außengewölbe war viel zu stark ausgeprägt, was durch den sehr starken Knickfuß gekommen sein muss.
Sicher waren die Holzschläppchen besser wie nichts, allerdings reicht
so ein Fertigfußbett nicht aus, um die Füße wirklich in die normale
Form festigen zu können,- ein Fertigfußbett ist eben nicht nach Maß
individuell hergestellt.
Außerdem nehmen diese zu festen Schuhe die Möglichkeit, dass sich die
Zehen normal bewegen können, was aber unheimlich wichtig ist.

Derartige Schuhe machen in der Tat die Fußmuskulatur zumindest nicht fit!
 
Im Sommer durften statt der hohen Schuhe auch normale, aber feste
Halbschuhe getragen werden. Hier mit Plexidureinlagen. Man erkennt amm
linken Fuß, dass die Füße trotzdem einknicken. Stabile Schuhe ersetzen
den Supinationskeil halt nicht, wie dieses Foto beweist.
Auch zeigte ich damals einen leichten Innengang,- der war rein
psychomotorisch und verschwand von selbst, was sicher später zu den
enormen Knieproblemen beigetragen hatte.

Ab der Einschulung “durften” generell normale, aber (zu) feste
Halbschuhe getragen werden, in diesen waren Plexidureinlagen, die aber
fälschlicher Weise keinen Supinationskeil drunter hatten (der Keil ist
bei Knickfüßen immer und ausnahmslos Pflicht).



Diese Fotos sind leider qualitativ nicht so toll, aber mit genauem Hinsehen kann man die Füße einigermaßen gut erkennen.
So fällt der Innengang direkt auf, aber auf dem Bild auf der Treppe
erkennt man, dass es keine Plattfüße mehr sind, sondern ein
mittelprächtiger Senkfuß. Auf dem nächsten Bild sieht man ganz
deutlich, dass die Knickfüße schon recht extrem ist und auch die Beine
bereits in Mitleidenschaft gezogen worden sind.
Generell kann man sagen, dass die Entwicklung Fortschritte zeigt,-
Gymnastik und Supinationskeile  unter den Einlagen haben gefehlt,
dann wurden nicht ständig Einlagen getragen, sondern zuhause
Fußbettschuhe und die zu starren Schuhe haben dazu geführt,  dass
die Füße auch ca.7 Jahre nach dem Beginn der Einlagenbehandlung nicht
in Ordnung gekommen sind, was garantiert möglich gewesen wäre (nach
heutigem Wissensstand).


So richtig coole Jungs tragen keine Einlagen,- das dachte sich mein Schulfreund und ich.
Er hätte zwar in seinen Schuhen gut Einlagen tragen können, aber schämte sich dafür ganz genau so wie ich.
Heute weiß ich, dass es mehr auffällt, wenn man Einlagen braucht, aber
keine trägt,- die Senkfußfalten, die mein Freund in die Schuhe
gequetscht haben, fallen genau so stark auf, wie die innen abgelaufenen
Schuhspitzen!
Heute würde ich selbstverständlich nicht mehr solche Schuhe kaufen,-
Mode hin oder her. Aber selbst in solchen Schuhen hätte man Einlagen
oder zumindest Senkfußkeile herstellen können,- aber das war für den
Jugendlichen Andreas nicht wichtig 😉

1980, als 19 Jähriger wollte ich selbst wissen, wie die ersten Einlagen
seit 5 Jahren Pause, so wirken und wie darauf die (fast) Platt-
Knickfüße aussehen. Da begann das Interesse für das Thema. Darum diese
Fotos mit Selbstauslöser.
In der Tat liegen die Fußgewölbe voll auf der Einlage auf, was trotz der langen einlagenlosen Zeit, schon außergewöhnlich ist.
Obwohl diese Einlagen keinen Supinationskeil hatten, haben sie den
Knien sehr geholfen,- aber halt nicht perfekt. Die Füße knicken noch zu
stark ein und auch die Gewölbesprengung der Einlagen hätte ein wenig
höher sein können.
Somit musste zuerst erkundet werden, wie man die Probleme ganz auflösen kann. Das hat viele Jahre gedauert…



Einlagen, die die Fußgewölbe kaum stützen,- angeblich, um die Muskulatur zu fördern
  (derartige Einlagen biete ich meinen Patienten niemals an)!

 

Der einfache
Kassenpatient bekommt heute überwiegend Einlagen aus gefrästem Schaum
verordnet. Die sind am preiswertesten für das Schuhtechnikunternehmen.
Allerdings werden derartige Einlagen von jungen Menschen, die damit
Erfahrung haben, auch immer häufiger abgelehnt. “Die bringen doch
nichts” ist die Aussage darüber, die ich in der Praxis am häufigsten zu
hören bekomnme.
Das gilt übrigens auch für die sensomotorischen Einlagen, dessen “Beliebtheit” inzwischen doch auf dem rückläufigen Weg ist.

Sie können selbst ganz einfach testen, ob Ihre Einlagen oder die der
Kinder stabil genug dazu sind, das Körpergewicht + die Fliehkräfte
tragen zu können.  Können Sie die Einlagen ohne Kraftaufwand zusammen
rollen, sind die Einlagen zu schwach.

 

Hochpreisige Weichschaumeinlagen aus der Massenproduktion,- auf dem Rezept reicht dafür “Einlagen nach Maß” aus. Gerne
wird damit geworben, dass diese Einlagen so schach sind, damit die
Fußmuskulatur besser mitarbeitet.  Wer´s glaubt…..

 

Weitere Fuß- und Einlageninformationen

www.fussgesundheit.info
www.kinderbeine.de

<



Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseite zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseite sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung und Cookie-Richtlinie.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen